Loi Krathong

Jedes Jahr zu Vollmond im November feiern die Menschen in Thailand Loi Krathong. Besonders prächtig wird es in Sukothai, in den Ruinen der alten Hauptstadt. Dort gehen die Feierlichkeiten über drei Tage und ziehen Tausende von Menschen an.

Zentrales Element sind die Krathongs, kleine Flöße, die mit bunten Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen verziert werden. Die Menschen setzen sie in der Dunkelheit auf Flüsse, Seen und Kanäle und lassen sie davontreiben. Mit den leuchtenden Booten sollen Sünden und Unheil fortziehen.



Tausende von Menschen beleben an den Festtagen den Ruinenpark von Sukothai. Es gibt Picknicks, Theater, Paraden und Musik.




Nach Einbruch der Dunkelheit setzen die Menschen ihre Krathongs in die Teiche zwischen den Ruinen. So ehren sie auch die Flussgöttin Mae Khongkha und entschuldigen sich für die Schäden, die der Mensch an ihren Gewässern verursacht.




Die Ruinen von Sukothai aus dem 13. und 14. Jahrhundert werden für das Fest mit buntem Licht und Feuerwerk in Szene gesetzt.



An allen Abenden werden Theaterstücke aufgeführt. Diese Tänzer verkörpern Soldaten des Affengenerals Hanuman, einer Figur aus dem indischen Heldenepos Ramayana. Klassische Tanzaufführungen wie diese dauern mehrere Stunden. Während die Tänzer die Bewegungen vollführen, leihen ihnen Sänger am Bühnenrand ihre Stimmen.



Höhepunkt des Abends bildet ein Feuerwerk über den Ruinen. Neben Sukothai sind auch die Loi Krathong-Feste in Chiang Mai und Ayutthaya berühmt.



Hunderte Händler verkaufen die bunten Krathongs an den Wegrändern. Günstige Flöße werden bereits für 20 Baht, rund 50 Cent, gehandelt. Aufwendigere Versionen kosten 4 bis 5 Euro. Neben Flößen aus Bananenstrünken gibt es Konstruktionen aus Styropor und, als umweltfreundlichere Alternative, Brotteig.



Auch Umzüge begleiten die Feierlichkeiten. Darin ziehen Schönheitsköniginnen aus verschiedenen Regionen des Landes auf Paradewägen am Publikum vorbei. Diese Frau ist die Schönste im Dorf Baan Klong im Distrikt Nam Khom. 



Die Besucher kommen aus dem ganzen Land. In der Stadt Sukothai sind an den Feiertagen nur noch schwer Zimmer zu bekommen. Kostenlose Shuttlebusse bringen die Gäste zum Ruinenpark und mobile Handymasten versorgen sie mit Internet.





Eine Hofdame des Königs von Sukothai, Ramkhamhaeng (um 1239–1298), habe einst den ersten Krathong zu Wasser gelassen. Dem König gefiel die Idee so gut, dass er die Hofdame heiratete und befahl, das Fest jährlich zu wiederholen.



Die Schönheitskönigin wird von einer Gruppe gleichaltriger Jungen getragen. Alle sind zusammen sehr aufgeregt, die Stimmung erinnert an eine Klassenfahrt. 



Auf den Elefanten entlang der Parade kann gegen Geld geritten werden. Viele Menschen verschaffen sich aber einfach eine Extraportion Glück, indem sie dem Elefanten einen Geldschein in den Rüssel opfern. Dieser reicht ihn dann routiniert an seinen Reiter weiter. 



Auch Vereine und Behörden nehmen am Fest Teil. Sie gestalten Teile des Umzuges oder stiften besonders prächtige Krathongs. Die werden nicht zu Wasser gelassen, sondern in einem Wettbewerb ausgezeichnet und ausgestellt. 



Die erste Zeremonie des Tages findet morgens um sechs Uhr statt. Knapp 100 Menschen, ein halbes Dutzend Mönche und ein Orchester kommen auf einer kleinen Insel zusammen. Die Besucher haben Opfergaben für die Mönche mitgebracht, die sie ihnen nach Musik und einer Rezitation von Sanskrit-Texten überreichen.



Weil die Opferschalen schnell voll werden, folgen jedem Mönch zwei Jungen mit einem großen Sack. In den kann der Mönch seine Opfergaben immer wieder ausleeren, um in seiner Schale Platz für Neue zu schaffen. 



Das Studentenorchester spielt zwischen den Rezitationen der Mönche traditionelle thailändische Stücke. Neben Gesang kommen Gongs, Trommeln und Vibraphone aus Holz zum Einsatz. 

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